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Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)

Europäische Wildkatze,  felis silvestrisEuropäische Wildkatze,  felis silvestrisEuropäische Wildkatze,  felis silvestris
© Jürgen Borris


Ein faszinierendes Wildtier, das dem Jagdrecht (§ 2 BJG), gleichsam aber auch der Naturschutzgesetzgebung unterliegt, ganzjährige Schonzeit genießt und in der Roten-Liste als stark gefährdet eingestuft wird, ist die europäische Wild- oder Waldkatze.
Das aktuelle deutsche Wildkatzenvorkommen ist in zahlreiche kleine, weitgehend isolierte Teilpopulationen zersplittert (siehe Karte).



Karte: Meißner/Hupe

Bei der Wildkatze handelt es sich nicht, wie noch immer vielfach zu hören ist, um verwilderte Hauskatzen, sondern um eine eigene Art bzw. Unterart. Unsere Hauskatze stammt von der afrikanischen Wildkatze, der Falbkatze (Felis silvestris libyca) und nicht von der europäischen Wild- oder Waldkatze (Felis silvestris silvestris) ab.

Die Hauskatze wurde sehr wahrscheinlich durch die Ägypter domestiziert und erreichte bald, als Verkörperung der Göttin für Liebe, Fruchtbarkeit und Verführung (ca. 1500 v.Chr.), große Verehrung. Im 20. Jahrhundert erlangte Felis silvestris f. domestica eine große Popularität als Haustier, und löste 1995 den Hund als beliebtestes Haustier in Deutschland ab.

Aufgrund der relativ geringen Größe der Wildkatze, ihres Beutespektrums und ihrer unauffälligen Lebensweise nahmen bisher nur wenige Notiz von ihr. Ihre Bestandeszahl hat sich in den letzten 10 Jahren leicht erholt. Dennoch bedarf sie auch weiterhin des besonderen Schutzes von Jägern, Förstern und Wildbiologen.
Wir beschäftigen uns seit 1998 u.a. intensiv mit der Wildkatze. Untersuchungen zum Raum-Zeit-System der Wildkatze mit Hilfe der Radiotelemetrie fanden von 1998-2001 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wildbiologie und Jagdkunde der Universität Göttingen im Solling (Nds. FoA Winnefeld) statt (Promotionsabschluss 2006). Insgesamt konnten während dieser Zeit 20 verschiedene Wildkatzen (8 Katzen (weibl.) und 12 Kuder (männl.)) gefangen werden. Davon wurden 14 Tiere mit einem Halsbandsender versehen. Die Sollingstudie ist eine der wenigen umfangreichen (mehrere Jahre) Wildkatzenfreilandarbeiten in Deutschland. Untersuchungsergebnisse können nach Absprache mitgeteilt werden.

Die Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz e.V. (GWN), führte eine weitere Freilandarbeit mit Hilfe der Radiotelemetrie (3 Katzen, 1 Kuder) im nordwestlichen Harzvorland durch (Nov. 2001 bis Dez. 2003). Auftraggeber für diese Studie war das Niedersächsische Landsamt für Ökologie (NLÖ). Maßgeblich unterstützt wurde die Untersuchung von der Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr, sowie der Cat Life & Research Foundation.

Dipl. Biol. K. Hupe koordinierte die Untersuchung und führte die Auswertung durch, während die Freilandarbeit zum überwiegenden Teil von Herrn Dipl. Biol. M. Götz geleistet wurde. Im Zentrum der Arbeit stand die Nutzung autobahnnaher Habitate durch die Wildkatze an ausgesuchten Bereichen der BAB 7 im nordwestlichen Harzvorland (Hainberg; Nds. FoA Liebenburg) unter Berücksichtigung der geplanten Verbreiterung der BAB 7, und daraus resultierende Einflüsse für die Fauna.

Die Ergebnisse wurden im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 6/2004 veröffentlicht.

Das Jagdeinrichtungsbüro (JEB) - im Auftrag des NLÖ - hat bis März 2005 die Waldflächen (Trittsteine) zwischen Solling und Harz (Hainberg) - Leinebergland - beprobt, um mögliche Wildkatzenvorkommen nachzuweisen. In sieben der neun Waldgebiete konnten Haarproben mit dem morphologischen Nachweis der Wildkatze gewonnen werden. Abschließende genetische Analysen stehen noch aus.

Weiterhin führte das JEB im Solling eine Umfrage zu beobachteten Wildkatzen und Wildkatzengehecken der Jahren 2000 bis 2004 durch. Die Summe der Sichtbeobachtungen der Jahre 2000-2004 hat zum Vergleichszeitraum der 1990er Jahre um 60 % zugenommen. Die Anzahl beobachteter Wildkatzengehecke pro Jahr lag zwischen acht im Jahr 2000 und vier im Jahre 2004.

Im Auftrag der Cat Life & Research Foundation wurde im Herbst 2005 eine weitere Telemetriestudie im Solling (Nds. FoA Winnefeld) begonnen. Im Zentrum dieser Untersuchung steht die Reproduktion (-erfolg) und die Mortalität der Wildkatze. Zu diesem Zweck sollen vorrangig weibliche Tiere aber auch einige Kuder besendert werden.


Beiträge zur Situation der Wildkatze in Niedersachsen II:
Informationen beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Hupe, K. (2007) Untersuchungen zum Vorkommen der Wildkatze (Felis silvestris silvestris) in den Wäldern und bewaldeten Höhenzügen zwischen Solling und Hainbergim Hinblick auf eine mögliche Vernetzung der Harz- und Sollingpopulation.
Artikel zum Download (pdf, 612kB)

Hupe, K. (2007) Wildkatzen-Geheckfunde im Solling
Artikel zum Download (pdf, 612kB)



Weitere Veröffentlichungen

HUPE, K. ( 1996): Untersuchungen zum Raum-Zeit-System freilebender Hauskatzen (Felis silvestris f. domestica). Institut für Zoologie der Justus Liebig Universität, Gießen.

HUPE, K., KRÜGER,H.H., FESTETICS, A. UND F. JAUKER (1996): Raumnutzung der Hauskatze (Felis silvestris f. catus) Space use in domestic cat (Felis silvestris f. catus). Sonderheft zum Band 61 der Zeitschrift für Säugetierkunde; 1996

HUPE, K. (1997): Home range size of free ranging domestic cat (Felis libyca f. domestica) Internationales Symposium Biologie und Schutz der Wildkatze; Kyllburg 1997

HOHMANN, U., HUPE, K. (1999): Zur interspezifischen Konkurrenz von Waschbär (Procyon lotor) und Wildkatze (Felis silvestris silvestris) in Bezug auf die Übertagungsplätze. About the interspecific competition of the raccoon (Procyon lotor) and the european wildcat (Felis silvestris silvestris) with regard to day resting sites. Sonderheft zum Band 64 der Zeitschrift für Säugetierkunde.

HUPE, K. (2000): Home range size and development of European wildcats (Felis silvestris silvestris) in the Solling, Lower Saxony. Abstractband International Symposium on Wildcats, Nienover, April 2000.

HUPE, K. (2002): Die Wildkatze – Wild ohne Lobby? Wild und Hund, 10: 16-22

MEIßNER, M. & HUPE, K. (2003): Rückkehr auf leisen Sohlen. Pirsch 3: 4-7

M. PIERPAOLI, M. HERRMANN, K. HUPE, M. LOPES-FERNANDES, B. RAGNI, L. SZEMETHY, B. ZSOLT AND E. RANDI (2003): Genetic distinction of wildcat (Felis silvestris) populations in Europe, and hybridization with domestic cats in Hungary. Molecular Ecology (2003) 12, 2585-2598

HUPE, K., GÖTZ, M., POTT-DÖRFER, B. SEMRAU, M., CALABRO, S., (2004): Telemetrische Untersuchungen an Wildkatzen zur Raumnutzung autobahnnaher Habitate sowie Raum-Zeit-Untersuchungen im nordwestlichen Harzvorland. Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz e.V., Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 6/2004, 36 S.

HUPE, K. (2004): Halbquantitative Untersuchung zur Abundanz von Wildkatzen im Solling (Südniedersachsen) anhand der Ermittlung von Wildkatzengehecken ab 2000. Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, JagdEinrichtungsBüro, unveröffentl. Gutachten, 10 S.

SIMON, O., M. TRINZEN, & K. HUPE (2004): Kriterien zur Bewertung des Erhaltungszustandes der Wildkatze Felis silvestris (SCHREBER, 1775). Allgemeine Bemerkungen. - SCHNITTER, P., C. EICHEN, G. ELLWANGER, M. NEUKIRCHEN & E. SCHRÖDER (HRSG.): Empfehlungen für die Bewertung der Arten der FFH-RL in Sachsen-Anhalt und in Deutschland. – http://www.bfn.de/03/030306_akarten.htm (Stand 06.2005); Bonn.

HUPE, K. (2005): Situation of the European Wildcat (Felis silvestris silvestris) in the Solling. JagdEinrichtungsBüro, Abstractband International Symposium: Biology and Conservation of the European Wildcat, January 2005.

HUPE, K. (2005): Alles für die (Wild-) Katz? Niedersächsischer Jäger 5/2005

Hupe, K. (2005): Biology and conservation of the European Wildcat (Felis silvestris silvestris). Symposium January 21st - 23rd 2005 in Fischbach (Abstracts).

HUPE, K. (In Vorb.): Untersuchungen zur Raumnutzung der europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) im Solling, Südniedersachsen; Dissertation Institut für Wildbiologie und Jagdkunde, Universität Göttingen.